I will never be a memory
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Geliebter Bruder;

Diese Zeilen schreibe ich an dich, in Erinnerung an längst vergangene Zeiten. Ich stand an deinem Grab und verloren geglaubte Gefühle kehrten zurück. Geliebter Bruder, bitte denke nicht, dass ich dich vergessen habe. Denn das ist nicht wahr.
Stets warst du mir überlegen.
Es gab keinen Tag, an dem du mir nicht zeigtest, dass du alles besser kannst, als ich. Jeden Tag erlebte ich eine neue Qual. Jeden Tag litt ich dieselben Schmerzen.
Wieder und wieder.
Keine Sekunde verstrich, in der ich mir nicht wünschte, wie du zu sein. Kein Traum, ohne deine Anwesenheit.
Und doch…

Niemals sollte mein Wunsch, mein innigster Herzenswunsch, sich erfüllen. Niemals. Denn du…
Du hast uns alle verraten.

Du hast uns verraten, uns betrogen und hintergangen. Du hast mich, deinen Bruder, angelogen. Hast mich jeden Tag aufs Neue ermordet, ohne eine Träne zu weinen. Du… Du hast mir all das angetan. Du… Du hast mich zu dem gemacht, was ich heute bin.
Du hast mich ermordet.
Meine Seele ist für dich gestorben. Mein Wunsch war mein Tod.
Mein Tod… warst du.
Luzifer.

Du weißt, wie sehr ich dich geliebt habe.
Mehr als alle anderen zusammen.
Du weißt, wie ich dich verehrte und das ich dich zum Mittelpunkt meiner Welt gemacht hätte…
Mehr als alle anderen zusammen.
Wärst du nur nicht zu stolz gewesen, deine Augen zu öffnen und zu sehen; zu akzeptieren, dass es mich gibt.
Du bist schuld!
Du hast alles zerstört.
Du! Du! Du!
Ich habe dir alles geglaubt. Alle Lügen.
Alle Lügen, so groß und offensichtlich sie auch waren.
Ich habe dir alles geglaubt.
Du warst meine Wahrheit. Etwas anderes wollte ich nicht glauben.
Jeden, der etwas anderes sagte, habe ich gehasst und einen Lügner genannt.
Dabei warst du es. Du hast gelogen.
Du hast mir nie die Wahrheit gesagt. Du hast mich nur benutzt. Zu deiner kranken, gestörten, widerlichen Befriedigung. Du hast meinen Körper missbraucht und meine Seele mit deinen Lügen vergewaltigt.
Zu deiner Belustigung hast du mich an den Pranger gestellt.

Und als du uns alle verraten hast… da brach meine kranke, verdrehte Welt entzwei. Ich habe in diesem Moment begriffen, was du getan und mit mir angestellt hast. Ich habe es verstanden und als mein Herz vor Qual laut aufschrie… da bin ich gestorben. Zum letzten Mal.

Ich bin gestorben und wieder auferstanden, mit dem Willen, dich, Luzifer, meinen Zwilling, das Licht des Himmels, Gottes Liebling, zu vernichten. Ja, das habe ich mir geschworen. Also folgte ich dir, tötete jeden, der sich in meinen Weg stellte. Und dann stand ich vor dir.

Du hast gelächelt.
Wie immer.

Hast gelächelt und mich wieder verzaubern wollen. Doch es hat nicht funktioniert.

Ich war stark geworden, ohne, dass du es bemerkt hast.
Ja, Luzifer, auch der Teufel macht Fehler.
Du bist nicht Unfehlbar.
Du bist durch mein Schwert gefallen.
Durch meine Tat. Meinen Angriff gegen dich.
Ich habe den Himmel von dir befreit. Habe dich für all deine Lügen bestraft.
Wieder und wieder.
Lüge für Lüge.
Und als du fielst…
Als du den Himmel und mein Leben… mich… verliest, habe ich um dich geweint.
Ja Bruder, geliebter Zwilling, ewiges Teil von mir… ich weinte um dich. Um uns.

Um unsere Liebe und darum dass du nie wieder Teil meiner Welt sein wirst.
Ich habe dich geliebt.

Und muss feststellen… dass keine Lüge, keine Qual und kein Schmerz etwas daran geändert hat.

Michael

[[17.03.2008 || copyright by __tsuki__]]




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